Der Mensch liebt die Herausforderung auf allen Gebieten. Auch im sportlichen Bereich gilt es, immer und immer wieder die eigenen Fähigkeiten und Grenzen zu verbessern und zu erweitern. Das Bergsteigen, aber auch das alpine Wandern und das Begehen von Klettersteigen steht daher bei sehr vielen Aktivsport-Freunden ganz oben auf der Beliebtheitsskala.
Gesicherte Kletterpfade
Bereits vor Jahrhunderten war es für die Menschen, die in und an den Bergen lebten, üblich, die Wege zwischen den Bergdörfern und Almen in den Alpen durch Leitern oder ähnliche Einrichtungen begehbar zu machen. Auch wenn diese frühen Klettersteige noch nicht touristischen Zwecken dienten, entstanden aus ihnen die modernen Klettersteige, wie sie an vielen Stellen in den Alpen heute zu finden sind. Obwohl viele dieser Bergwege schon vor mehr als 100 Jahren geschaffen wurden, sind einige der Wege, zu ihnen zählen auch die „Albinenleitern“ bei Leukerbad, noch immer begehbar.
Während des Ersten Weltkriegs führte Österreich-Ungarn nicht nur in Südtirol einen Krieg gegen Italien in den Gebirgen. Um die Zugangswege für den benötigten Nachschub oder auch für Patrouillen besser zugänglich machen zu können, war es unumgänglich, diese Wege zu sichern und besser begehbar zu machen. Ein sehr populäres Zeugnis dieser Vorgehensweise ist in den Sextener Dolomiten am Toblinger Knoten zu finden. So sehen auch viele den Ursprung der modernen Klettersteige, wie sie in den Alpen zu finden sind, in den Weltkriegs-Steigen.
Die italienische Bezeichnung für den Klettersteig lautet Via Ferrata. Wörtlich übersetzt bedeutet dies Eisenweg. Längst hat sich diese Bezeichnung weit über die italienischen Landesgrenzen hinaus durchgesetzt und wird sowohl im deutschsprachigen Raum wie auch in verschiedenen anderen Ländern verwendet. Der Charakter dieser modernen Klettersteige, wie sie in den Alpen häufig anzutreffen sind, unterscheidet sich in erheblichem Maße von den ursprünglichen Bergwegen. Ein moderner Via Ferrata wird in der Regel unter dem Gesichtspunkt angelegt, sportlichen Bergtouristen neue Herausforderungen bieten zu können und sie mit entsprechenden Attraktionen zu begeistern. So ist es nicht unüblich, auch Überhänge oder fantastische Seilbrücken mit in den Via Ferrata einzubeziehen. Um einen Via Ferrata sicher begehen zu können, ist es nicht nur notwendig, über entsprechende Trittsicherheit und Erfahrung mit den Bergwegen zu verfügen. Es ist durchaus empfehlenswert, eine geeignete und klettersteigspezifische Ausrüstung zusätzlich zu der allgemeinen Ausrüstung, die in alpinem Gelände benötigt wird, mitzuführen.
Alpine Klettersteige
Die Alpen sind für viele Wanderer und Bergsteiger in jedem Jahr ein beliebtes Ziel. Die raue Schönheit der Bergwelt, aber auch die Klettersteige wie die Via Ferrata dei Finanzieri oder der Schwaerzenkamm Obergurgl im Oetztal faszinieren und fordern die Sportler auf ihre ganz eigene Art. Allerdings sind solche Bergwege für Anfänger nicht geeignet. Auch wenn sich leichtere Passagen, die ein Kräftesammeln und entsprechende Pausenmöglichkeiten bieten, vorhanden sind, besitzen die schwereren Anstiege durchaus Schwierigkeitsgrade C oder D. Die Alpen haben aber neben diesen schwierigen Klettersteigen durchaus auch familientaugliche Bergwege anzubieten. Hoch über dem Kurort Bad Ischl verläuft der Katrin Klettersteig. Ein weiterer, ebenfalls familientauglicher Klettersteig findet man am Nordgrat der Hirschspitze. Erst im Sommer 2011 eröffnet, bietet dieser Klettersteig in den Alpen ein Erlebnis für die ganze Familie.
